Vortrag "Agrarökologie" von Urs Niggli



«Liechtenstein kann ein Beispiel für die Welt sein»

Nein, den Liechtensteinern ist es nicht egal was auf den Tisch kommt. Dies zumindest kam Ende März unmissverständlich zum Ausdruck. Im vollbesetzten SAL Schaan, diskutierten Bauern, Konsumenten und eine breite Bevölkerung um die liechtensteinische Landwirtschaft der Zukunft. Geladen hatte natürlich der Verein Feldfreunde – als hochkarätigen Gastreferent gewann man Dr. Urs Niggli.


In seinem Vortrag steckte der international renommierte Agrarforscher die heutigen Herausforderungen der modernen Land- und Ernährungswirtschaft ab und entlarvte dabei auch die Schwächen von vermeintlich verheissungsvollen Lösungen. «Schwindende Agrarflächen, steigende Bevölkerungszahlen oder der Klimawandel werden die Nahrungsmittel vor gewaltige Herausforderungen stellen», so Niggli. Um diesen begegnen zu können, brauche es unvoreingenommene oder auch unkonventionelle Ansätze.


Ein Leuchtturmprojekt dabei seien die Feldfreunde in Liechtenstein. Ein an der Agrarökologie orientiertes Konzept, das landwirtschaftliche Praxis mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vereint. Der Verein fördert den Austausch zwischen Landwirtinnen, Konsumenten und der Gesellschaft. Damit werden Bauern für die Bedürfnisse von Gesellschaft und Konsumenten und diese für die Anliegen der Landwirte sensibilisiert. Das Resultat ist ein verbessertes gegenseitiges Verständnis und trägt damit zu einer auf regionale Märkte orientierten Landwirtschaft bei. Denn auch für Urs Niggli ist eine kleinstrukturierte und nachhaltige, standortangepasste Landwirtschat einer der wichtigen Lösungsansätze für eine für Generationen zukunftsfähige Landwirtschaft. «Liechtenstein und die Feldfreunde können für die ganze Welt ein Beispiel dafür sein, wie eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft aussehen kann», so Urs Niggli.


Fotos: Julian Konrad

Video: Oliver Ospelt