Agrarökologie im Fokus: Österreichische Exkursionsgruppe besuchte Liechtenstein
Im Rahmen einer dreitägigen Fachexkursion des Projekts „ARGE Agrarökologie“ statteten Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater sowie Vertreterinnen und Vertreter des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL Österreich) dem Fürstentum Liechtenstein einen intensiven Besuch ab. Ziel des Projekts und der Reise unter dem Motto „Was man sieht, versteht man besser“ war der grenzüberschreitende Wissens- und Erfahrungsaustausch über agrarökologische Bewirtschaftungsformen.
Einblicke in die Arbeit der Feldfreunde und des Bionetzes
Zum Auftakt des Liechtenstein-Abschnitts stellte Michaela Hogenboom vom Verein Feldfreunde die vielfältigen Vereinstätigkeiten, die Vision sowie erste Erfolge und Projekte der letzten Jahre vor. Der Verein setzt sich gemeinsam mit Partnern seit fünf Jahren intensiv für eine nachhaltige, agrarökologische Landwirtschaft, kleinstrukturierte Produktion und eine engere Einbindung von Konsumentinnen und Konsumenten ein.
Anschliessend präsentierte Florian Bernardi (Klaus Büchel Anstalt), Leiter des Bionetzes im Auftrag des Vereins Feldfreunde, die Tätigkeiten und Ziele des „Bionetzes Liechtenstein“. Dabei handelt es sich um einen Verbund aus neun landwirtschaftlichen Biobetrieben, die gemeinsam mit dem Verein verschiedene Feldversuche im Bereich Hülsenfrüchte und Getreide umsetzen. Zudem setzt das Bionetz in der Tierhaltung Impulse mit dem Projekt „Bioweiderind mit Hoftötung“ und fördert den Fachaustausch, um den Biolandbau sowie regionale Wertschöpfungsketten im Land gezielt weiterzuentwickeln.
Praxisnahe Betriebsbesichtigungen und Verarbeiter-Perspektive
Ein zentraler Bestandteil des Programms waren die Besichtigungen regionaler Bionetz-Betriebe. Georg Frick führte die Exkursionsgruppe über den Weidriethof und gab Einblicke in seine Hofführung, den Anbau im Gewächshaus und die Direktvermarktung. Ein Besuch des neuesten Pilotprojekts, dem „Buura Lada“ im Schaaner Dorfzentrum, durfte dabei natürlich nicht fehlen.
Während der Mittagsjause präsentierte Ewald Pammer (Vorstand und Vertreter der Backwerkstatt Frommelt) die Sicht der Verarbeiter auf lokales Brot. Neben der handwerklichen Herstellung von regionalem Brot zeigte er auf, wie aus Altbrot innovativer Gin hergestellt werden kann, um Wertstoffkreisläufe zu schließen.
Am Nachmittag besichtigte die Gruppe den Betrieb von Willi und Rojane Büchel in Ruggell. Dort standen innovative Praxisversuche im Mittelpunkt: Neben dem Anbau von schwarzen Bohnen zeigten die Betriebsleiter ihre Feldversuche zum Anbau von Käferbohnen in Kombination mit Mais sowie Einblicke in ihren Permakulturgarten.
Gemütlicher Ausklang auf dem Biohof Näscher
Den Abschluss des Programms bildete der Besuch auf dem Biohof Näscher (Andreas Näscher), wo sich auch das Lager des Vereins Feldfreunde befindet. Neben der Besichtigung der Kleinmengenaufbereitung und der Herstellung von Waffeln lud ein Apéro mit einer Degustation von regionalen Chips und Waffeln zu einem gemütlichen und vertiefenden Austausch ein.
Die Teilnehmenden zeigten sich von den vielseitigen Impulsen begeistert und blickten auf einen sehr gelungenen und inspirierenden Exkursionstag in Liechtenstein zurück.
Fotos: Reinhard Gessl, FiBL



