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Feldgeschichte 3 - Die neuen Superhelden sind grün

Wie Hülsenfrüchte dazu beitragen können, ein bisschen die Welt zu retten


Mit bald 10 Milliarden Menschen im Jahr 2100 und dem drohenden Klimawandel steht auch Liechtenstein vor einer Herausforderung: Wie können wir uns nachhaltig, genussvoll und gesund ernähren? Zeit für einen Blick auf die Liechtensteiner Äcker und für Wertschätzung der Superproteine „Hülsenfrüchte“.


Batman, Superman und Spiderman haben ein Problem: Die Welt von heute ist zu schwierig geworden für die Flattermänner, die sie retten wollen. Oder versuchen Sie mal, die Klimakrise aufzuhalten, indem Sie mit den neuesten Gadgets ihr Logo an den Himmel strahlen, schneller als ein Zug rennen oder an glatten Oberflächen kleben. Egal wie viele Muskeln Sie haben – die Schurken der Gegenwart bezwingt man nicht im Faustkampf. Da helfen auch kein Zaubertrank und kein Spinnenstich: Die Welt braucht neue Superhelden.


Doch eine ist da, die macht von sich reden: Legumi-Lady. Im normalen Leben ist sie bekannt unter ihrer Identität als Kichererbse, Soja, Bohne oder Linse und niemand kommt auf die Idee, dass in der unscheinbaren Hülsenfrucht Superkräfte schlummern. Doch die lange, schlanke Dame in Grün könnte gleich hier in Liechtenstein die Welt retten – zumindest ein kleines bisschen. Sie kann es aufnehmen mit dem Hunger-Kartell, der Artensterbenbande, und dem Oberschurken Dr. Climate Change. Wie gelingt ihr das?


Liechtenstein verfügt über 1398,33 ha Ackerland, also über knapp 1400 grosse Fussballfelder fruchtbaren Boden. Damit können sehr viele Lebensmittel angebaut werden, zum Beispiel Rüebli, Kartoffeln, Hafer, Weizen, Soja und Blumenkohl, um nur einige zu nennen. Auf einem Drittel der Ackerflächen Liechtensteins wird zurzeit jedoch einfach Kraftfutter für Tiere angebaut. Das ist keine sinnvolle Verwendung der wertvollen und begrenzten Ressource Ackerland, denn unser immenser Appetit auf Fleisch ist nicht nur ungesund sondern auch verschwenderisch. Weltweit verbrauchen Nutztiere jährlich ein Drittel der gesamten Getreideproduktion. Auch Soja, Eiweisserbsen und Ackerbohnen sind nicht vor ihnen sicher. Ein Hektar Ackerland liefert dabei Viehfutter, das für 300 kg Rindfleisch oder 340 kg Schweinefleisch reicht, was 24'000 bzw. 10'000 kg Treibhausgase erzeugt. Baut man stattdessen Sojabohnen an, liefert der gleiche Hektar 800 kg Proteine in Bohnenform und verursacht bei Bioproduktion gleichzeitig nur 800 kg Treibhausgase, also mindestens zwölfmal weniger.


Klar ist: die Natur mag lieber Bohne statt Beef. Legumi-Lady ist eben eine Powerfrau! Knackig, frisch und topfit hält sie jedem Gramm Fleisch zwei Gramm Bohne entgegen, bekämpft die Klimakiller mit ihrer fantastischen Ökobilanz und ist bei alledem auch noch sexy. Lust auf einen appetitlichen Linsen-Burger? Einen Bohnensalat? Ein Kichererbsen-Curry? Legumi-Lady kann das alles und noch viel mehr! Sie ist lecker, vielseitig, gesund, macht satt und weil es so viele gibt und sie dabei nur wenig Platz braucht, bleibt mehr Land für Hecken und Grünstreifen, Hummeln und Hasen. Setzten wir in Liechtenstein vermehrt auf die Legumi-Lady statt Fleisch, erhöht sich auch unser Selbstversorgungsgrad.

Wenn also alles aussichtslos scheint, die Menschen den Atem anhalten und die Oberschurken triumphieren, dann seien Sie sicher: Legumi-Lady ist nicht weit, und mit der Kraft ihrer Proteine kann sie jeden Feind besiegen!



Fotos: Julian Konrad




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